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Das Ende der Mittelwelle

 

Zum Jahresende 2015 ging eine Rundfunkära zu Ende: Die verbliebenen Mittelwellensender in Deutschland wurden für immer abgeschaltet. Zuletzt waren für den Deutschlandfunk und die Antenne Saar noch sieben Frequenzen aktiv, darunter u.a. der Deutschlandfunk-Sender in Wilhelmskirch bei Ravensburg auf 756 kHz.

 

Gründe für die Abschaltung waren hauptsächlich die enormen Energiekosten. Auf Mittelwelle müssen Programme mit vergleichsweise hohen Sendeleistungen ausgestrahlt werden um einen akzeptablen Empfang zu erreichen. Zwar können dann große Gebiete mit einem einzelnen Sender versorgt werden, die Empfangsqualität entspricht aber nicht mehr heutigen Ansprüchen. Zusätzlich stören viele Geräte im häuslichen Umfeld (PC, Fernseher, Steckernetzteile, Energiesparlampen etc.) durch mangelhaft oder gar nicht entstörte Elektronik den Empfang oder machen ihn sogar unmöglich.

 

Da über das modernere Digitalradio auf einer einzelnen Sendefrequenz viele Programme in hoher Qualität verbreitet werden können, wurde der Fokus auf den Ausbau des Sendernetzes gelegt. Die Finanzierung erfolgt unter anderem durch die eingesparten Mittel nach der Lang- und Mittelwellenabschaltung. Der durch die Abschaltung hauptsächlich betroffene Deutschlandfunk ist inzwischen in weiten Teilen Deutschlands mit allen drei Programmen auf Kanal 5C im bundesweiten Digitalradio empfangbar, zusätzlich weiterhin über unzählige UKW-Frequenzen meist kleinerer Reichweite.